Mittwoch, 24. April 2013

Nicht ohne meinen Teddy - sagt Mami!

Mein Mann hat eine Handvoll Plüschtiere, die ihn schon seit seiner Geburt begleiten. Das finde ich: doof. Und zwar, weil ich nie "das Eine", tolle Plüschtier hatte, das immer dabei sein musste, ohne das ich nicht einschlafen konnte, das noch heute (ein wenig strubbelig, abgeliebt und vielleicht sogar Einäugig) altersmilde auf mich herab lächelt während ich schlafe ... Kurz: Ich bin neidisch!

Mads möchte ich dieses lebenslange Dürsten nach einem Seelenverwandten mit Knopfaugen ersparen. Kein Wunder also, dass ich seit Tag Eins seines Daseins versuche ihn zu verkuppeln.

Zuerst war da die Plüschspieluhr "Schafi", die ich ab dem fünften Monats abends auf meinen Bauch legte und "LaLeLu" spielen ließ, mit der festen Überzeugung, das Kind würde diese Klänge auch Post-Geburt mit dem Schlafen verbinden und ohne weitere Mätzchen friedlich einschlummern sobald es diese hören würde ... Als irgendwann die Hebamme schimpfte, das sei doch viel zu laut für den kleinen Mann im Bauch, ließ ich sie fortan nur noch neben mir dudeln. Ab dem Tag der Geburt lag das Schaf dann mit im Beistellbettchen. Reaktion des Kindes: Keine. Und Einschlafen war auch nicht.

Dann kam der hellblaue Teddy mit Schlafmütze - ein Teddykopf mit lappenartigem Körper. In der (Mama-politisch-inkorrekten) Hoffnung, das Kind möge doch bald im eigenen Bett schlafen, stopfte ich mir diesen über mehrere Wochen hinweg tagsüber ins Dekolletee. Abends drapierte ich ihn dann neben dem kleinen Köpfchen - auf dass er (dank Mamageruch) auch ohne selbige tief und fest schlafen möge.  Reaktion des Kindes: Keine. Und schlief er durch? Fehlanzeige.

Plüsch-Kandidaten drei und vier adoptierten wir im Disneyland Paris, nachdem sich Sohnemann diese selbst aussuchen durfte. Merke: elf Monate alte Jungs strahlen IMMER sobald man ihnen ein buntes, weiches, großäugiges Spielzeug unter die Nase hält. Das bedeutet nicht, dass man gerade Zeuge von "Liebe auf den ersten Blick" geworden ist. Buzz Lightyear und der putzige Capper können davon ein trauriges Lied singen. Reaktion des Kindes auf die Einbeziehung des Hundes ins "Gute Nacht Ritual" oder "Buzzi" am Esstisch: Keine.

Buzz Lightyear sollte es werden ...
Capper auch. Der Seelenfreund meines Sohnes.
Nun könnte ich mich vielleicht damit abfinden, dass das Kind sich nicht verkuppeln lässt. Der Apfel fällt ja leider oft nicht weit vom Stamm. Aaaber ... it's even worse.


Plötzlich wird nämlich die gruselige Mini-Babypuppe mit Maurerdekolletee ständig herum getragen und unter Schmusegeräuschen ans Herz gedrückt. Oder: Das kleine Kissen der LUFTHANSA. Eine Dreingabe mit fragwürdigem Füllmaterial.

Nicht schön ...
aber vielleicht hat das Ding ja innere Werte?!
Und die Moral von der Geschicht': Kinder suchen sich ihre Freunde, Seelenverwandte und Lebenspartner selbst aus. Eigentlich nix neues für mich. Nur stehe ich jetzt erstmals auf der anderen Seite ...
Na dann, gute Nacht ...

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